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Philip Aguirre y Otegui - Skulptur

Städtischen Grundschule De Pluim, Knokke

Über das Bild:

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Die Skulptur von Philip Aguirre y Otegui entstand in Auftrag der Stadtverwaltung Knokke-Heist, die mit verschiedenen öffentlichen Mitteln im Stadtteil Knokke die neue Schulinfrastruktur der städtischen Grundschule De Pluim erstellen ließ.
 
Am 19. September 2019 beschrieb Philip Aguirre y Otegui das Konzept zu seinem Skulpturvorschlag folgendermaßen:
„Ab meinem ersten Treffen mit der Schulleitung, den Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern von De Pluim wurde immer wieder der Wunsch geäußert, ein Kunstwerk anzustreben, das auch für jeden von ihnen nutzbar sein kann.
 
Die monumentale, 10 m hohe Skulptur wurde an einer strategischen Stelle neben der Schule aufgestellt. Sie ist auch von der Straße aus gut als Wahrzeichen und Orientierungspunkt zu erkennen. Die Vertikalität der Skulptur und ihre Farbe bilden einen deutlichen Kontrast zu den überwiegend horizontal ausgerichteten Gebäuden der Schule.
Das Kunstwerk verfügt über einen runden begehbaren Innenraum mit einem Durchmesser von 5 m, in den an den Wänden Bänke eingebaut wurden.
 
Das Ganze wurde aus Ziegelstein (Vormauerziegel vom Typ „Dodona“) und Beton gestaltet. Dies macht das Kunstwerk nachhaltig, unempfindlich gegenüber Vandalismus und es gibt dem Ganzen ein archaisches Erscheinungsbild – ganz so, als hätte es schon ewig dort gestanden.
An der Oberseite des Raumes befindet sich eine kreisförmige Öffnung, die nie geschlossen wird. Auch der Zugang bleibt immer offen. Auf diese Weise fällt von oben Licht in den Innenraum und es besteht immer Kontakt zur Natur.
 
Dieses Werk ist als kraftvolle Skulptur gedacht, wie ein Leuchtturm in der Stadt.
Es lädt die Menschen von De Pluim zum kreativen Umgang mit ihm ein.
Es ist ein leerer, willkommen heißender Raum, indem alles Mögliche stattfinden kann.
Es kann ein Zufluchtsort sein, ein Unterschlupf.
Es kann ein Zeltlager oder ein Zelt sein.
Es kann ein Atelier für bestimmte Workshops sein.
Es kann ein Ort der Besinnung sein.
Es kann ein Forschungslabor werden, zum Beispiel als Wetterstation.
Es kann als Küche genutzt werden, der Kamin funktioniert.
Es kann ein Parkpavillon sein, für Picknicks oder Empfänge.
Es gibt praktisch unendlich viele Möglichkeiten.
 
Für die Umsetzung arbeite ich mit dem Architekten Bart Dehaene zusammen, damit das Konstruktive und Bauliche von Beginn an sorgfältig und nachhaltig angegangen wird.
 
Die Skulptur hat vorerst noch keinen definitiven Namen. Sie wird in Zusammenarbeit mit dem Architektenbüro Bart Dehaene, Gent und Sileghem & Partners, Zwevegem sowie mit Unterstützung von Ziegelei Desta (Hoogstraten), Baustoffhändler Verhelst (Knokke-Heist) und dem Bauunternehmen Van Kerrebroeck bvba (Damme) realisiert.
 
Jahr der Umsetzung: 2020
 

Über den Künstler:

Philip Aguirre y Otegui, geboren 1961 in Schoten bei Antwerpen, stammt aus einer Familie, die 1936 aus dem spanischen Teil des Baskenlandes nach Belgien flüchtete. Er studierte in Antwerpen an der Königlichen Kunstakademie KASK und am staatlichen Kunstinstitut NHI. Aguirre, der vor allem als Bildhauer bekannt ist, wohnt und arbeitet im Antwerpener Stadtteil Borgerhout. 
 
Sein Skulpturenwerk umfasst größtenteils Kompositionen in Ausführungen aus patinierter Bronze. Aber auch Materialien wie Terrakotta, Gips, Zement und Epoxidharz, teilweise bemalt oder durch die Integration bestehender Formen und Fundstücke ergänzt, verwendet er bei seinen Schöpfungen. Darüber hinaus beschäftigt sich Aguirre auch mit Radierungen, Siebdrucken, Zeichnungen, Collagen und der Malerei, wiederum häufig ergänzt um Collagen mit gefundenem Bildmaterial. „Ich suche nicht, ich finde“ ist eine Formel, die auf Philip Aguirres künstlerische Aufgeschlossenheit voll und ganz zutrifft.
 
Neben seinen unabhängigen Werken realisierte Aguirre in einem Zeitraum von über 30 Jahren zahlreiche Skulpturen für den öffentlichen Raum in Belgien und auch in Afrika.
 
Philip Aguirre y Otegui ist Vertreter einer so natürlich wie möglich ausgerichteten, geradezu „primitiven“ künstlerischen Einstellung und eines Künstlertums, das den menschlichen Aspekt in den Entwicklungen des Lebens jederzeit so direkt wie möglich mit einbezieht.
 
Außer seinen Einzelausstellungen und zahlreichen Gruppenausstellungen wurden seine Skulpturen auch in die öffentlichen Sammlungen von unter anderem Mu.ZEE (Ostende), der Universität Antwerpen, dem Kadehuis (Gent), von Kaprijke, Waasmunster, Ostende, der Dossin-Kaserne (Mechelen), von Ndogpassi (Kamerun), Herentals, dem Pflegezentrum Turnhout, dem Nachbarschaftshaus Buurthuis Opexwijk (Ostende), von Sint-Niklaas, Wolfabriek Lot (Brüssel), der Abtei Sankt Sixtus (Westvleteren) aufgenommen.
 
2017 gewann Philip Aguirre y Otegui den International Award for Public Art.
 
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2020
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Schoten
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